Goodbye Gastronomie Deutschland

Die WirtschaftsWoche fragt in einem Artikel, ob die Gastronomie in der Winterzeit eine Perspektive hat zu überleben. Nachdem die Republik durch die “blutige Opfergabe” der Firma Tönnies erfahren durfte, dass sich das Virus auch über die Luft, über sogenannte Aerosole verbreiten kann, bis zu 8 Meter Reichweite in einem gekühlten Schlachtbetrieb, wissen wir, ein Gaststättenbesuch im Freien ist durchaus weniger risikoreich sich mit COVID-19 zu infizieren, als in einer geschlossenen Gaststube. Doch was machen die Gaststätten im Winter? Es wird Gastronomie-Förderprogramme oder anderweitige reale Hilfestellungen seitens des Staates für Gaststätten geben (müssen), um spezielle Lüftungsanlagen in den Gasträumen zeitkritisch zu installieren; oder Luftzirkulationskonzepte zu finanzieren, die mit baulichen Maßnahmen verbunden sind. Kürzlich hatten wir in unserer Seestadt in der Lausitz eine “Stühle-Demonstration” der örtlichen Gastronomiebetriebe Lausitzer Seenland. Wir von der Hygiene Boutique sind der Überzeugung, Gaststätten sind auf kultureller, soziologischer und damit verbunden gesellschaftlicher Ebene SYSTEM-RELEVANT!

Der Artikel der WirtschaftsWoche:

https://amp2.wiwo.de/unternehmen/dienstleister/werner-knallhart-corona-aerosole-drinnen-stirbt-im-winter-unsere-gastronomie/26064632.html

Als die Menschen auf unserem Kontinent vor 1000 Jahren in Gaststätten Nahrung fanden und ihr Kollektiv suchten, gab es noch keine Lufthansa und auch keine Commerzbank. Beide Unternehmen über staatliche Wege zu retten war nur konsequent für die Stabilisierung der Identität der deutschen Wirtschaft. Aber von einer “Regierung in der neuen Normalität” darf der deutsche Gastwirt/ die Gastwirtin schon erwarten, dass neben kniffligen Hygienekonzepten für den gastronomischen Nahkontakt insbesondere die geschätzten Damen und Herren der Regierung reflektieren, dass Politiker-Karrieren mit wenigen Ausnahmen in Gaststätten/Veranstaltungsräumen ihren Einstieg fanden; und die Gaststättenkultur alternativlos als systemrelevant bewertet, gefördert und stabilisiert werden muss. Im Vergleich zu vorgenannten beiden Konzernen ist jeder einzelne Gaststättenbetrieb wirtschaftlich klassifiziert auf einer Mikro-Ebene angesiedelt, doch die große Masse an Betrieben übertrifft den Goliath. Wenn 50.000 (in Worten: Fünfzigtausend) oder mehr Gaststättenbetriebe in 2020/2021 unverschuldet in Insolvenz geraten, dann ist der gesellschaftliche Schaden für Deutschland größer, als das Prachtunternehmen Lufthansa neben dem einstigen Prachtunternehmen Air Berlin glorreich zu begraben!

Leider ist der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) zu schwach aufgestellt, um ernsthafte und zukunftsweisende Ergebnisse für seine extrem gebeutelte Branche zu erzielen. Wirtschaftsverbände in Schönwetterzeiten sind eine tolle Sache.

(Redaktion Hygiene Journal / A.L. / 07.08.2020)

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